Liebe Leserin, lieber Leser,

Bereits seit dem Jahr 2004 versuchten wir noch vor Vereinsgründung, innerhalb unserer Kirche Präventions- konzepte und Hilfe-Angebote zu platzieren, um ein bundesweites Netzwerk für Opfer und Betroffene in der Neuapostolischen Kirche einzurichten. Kraftquelle für diese Anstrengungen sind Glaubensgeschwister, die in der Vergangenheit an sich bzw. ihren Kindern “sexuelle Gewalt” (auch von neuapostolischen Seelsorgern) erlebt und uns um Hilfe und Unterstützung gebeten haben.

Nach nunmehr vierjähriger Vereinsarbeit (Nov. 2007) haben wir neue Einsichten gewonnen:

  • Es hat sich herausgestellt, dass es für die Mehrheit der Betroffenen hilfreich war und ist, dass der Verein LINDD e. V. außerhalb der Kirchen-Organisation arbeitet. Die psychologische Begründung ist gut nachzuvollziehen: Wer durch Mitglieder in der Kirche unterschiedliche Gewalt erlebt hat, ist gut beraten, sich Hilfe von außen zu holen – siehe auch unter „Fachliches“/Ergänzungen zum offiziellen NAKI-Leitfaden.
  • Als hilfreich wurde und wird von vielen Betroffenen gewertet, dass die Verantwortlichen neuapostolisch sind; die Begleiter/innen würden das entstandene Leid besser nachvollziehen können.
  • Seit einiger Zeit suchen vermehrt neuapostolische Christen bei uns Hilfe, die seelische Gewalt innerhalb der Kirche erlebt haben. Als Hauptursache für diese Form der Gewalt wird die indoktrinäre elterliche und kirchliche Erziehung angeführt – nachzulesen unter „Berichte“.

 

Wer sind wir? – Unsere Kurz-Profile

Rainer Ballnus, Jahrgang 1944; verheiratet – drei Kinder und fünf Enkelkinder; neuapostolisch

Berufliche Erfahrung: Kriminalist u. Fachgruppenleiter „Angewandte Psychologie“ im Psychologischen Dienst der Polizei

Berufliche/Freiberufliche Arbeitsfelder sind und waren:

  • Lehrauftrag an der Universität/Fachbereich Psychologie in Osnabrück
  • Berater in Extremlagen;
  • Krisenmanagement-Trainings in Wirtschafts-Unternehmen
  • Klärungshelfer in schwierigen Lebenssituationen;
  • Trainer für Problemmanagement; inkl. Gespräche mit Suizidanten; Überbringen von Todesnachrichten usw.;
  • Begleitung von Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen

 

Irene Döring; Jahrgang 1955; neuapostolisch

Berufliche Erfahrung: Gymnasiallehrerin und Leiterin eines Sprachstudios

Derzeitige Arbeitsfelder:

  • Lehrtätigkeit am Gymnasium;
  • Unternehmerin für Schulungen in Wirtschafts-Unternehmen;
  • Leiterin einer Selbsthilfegruppe für sexuell Missbrauchte in der NAK

 

Ein erster Schritt war das

HandbuchHilfen für Opfer von Gewalt – ein Ratgeber für Neuapostolische Christen und andere Interessierte” von Rainer Ballnus (Nordenmedia Verlag – ISBN 3-935347-18-9). Dieser ist im Buchhandel für 5,90 € erhältlich. Die Verkaufserlöse dieses Ratgebers kommen ausschließlich der Arbeit dieser Hilfsorganisation zugute.

 

Leitgedanken für unser Handeln

  • Wir sind für jeden Menschen da, der sich an uns gewendet hat, also auch für mögliche Täter oder solche, die meinen solche werden zu können. Die Arbeit mit einem Täter ist auch Opferschutz.
  • Wir grenzen deshalb niemanden aus und begleiten nach unserem Vermögen.
  • Wir stärken jeden, der innerhalb unserer Kirche eine angemessene Hilfe erhalten hat, diese weiterhin in Anspruch zu nehmen.
  • Wir sind kein Konkurrenz-Unternehmen zu den in den Gebietskirchen eingerichteten Prüf- und Beratergremien, die im Geschehen von sexueller Gewalt einen Aufklärungsauftrag haben.
  • Wir leisten durch eine fachkundige Präventionsarbeit einen Beitrag zum Opferschutz.
  • Wir stärken jeden in dem Überwinden von Hemmschwellen, wenn es um die Inanspruchnahme  von professioneller Hilfe und Therapie geht.

 

Nachwort

Trotz aller Notwendigkeit, die Präventionsarbeit voranzutreiben und die Hilfe-Angebote unseren Glaubens- geschwistern zugänglich zu machen, ist uns überaus wichtig, folgendes sehr deutlich herauszustellen: Die überwältigende Mehrheit unserer ehrenamtlich arbeitenden Seelsorger und Lehrkräfte arbeitet mit großem Engagement und in vorbildlicher Weise mit unserem Nachwuchs. Gerade diese Geschwister bitten wir ausdrücklich darum mitzuhelfen, dass solche Geschehnisse bereits im Vorfeld im Keime erstickt werden.

Unser Bemühen ist es, nach dem Ausspruch von Albert Schweitzer zu handeln:

„Eines weiß ich: Die einzig wahrhaft Glücklichen unter uns werden diejenigen sein, die den Weg zum Dienst an anderen gesucht und gefunden haben.“

Natürlich schaffen wir es längst nicht immer, aber wir streben danach.

Ihr(e)

  • Rainer Ballnus – Irene Döring
    • (Vorsitzende)

 

Aktualisierte Fassung: Stand 12/2011