Die Vereinsverfassung

Artikel 1    Name und Sitz

1. Die Hilfsorganisation führt den Namen

LINDD - Licht nach dem Dunkel e.V.

Sie ist im Vereinsregister eingetragen.

2. Der Sitz der Hilfsorganisation ist in Erlangen.

 

Artikel 2    Zweck und Aufgaben der Hilfsorganisation

Der Verein verfolgt den Zweck,

  • neuapostolische Christen und Menschen jeglicher Nationalität, Konfession und Weltanschauung durch geeignete Präventionskonzepte zum Thema sexueller, physischer und psychischer Gewalt im kirchlichen Umfeld” geeignet zu informieren und wirksam aufzuklären,
  • ihnen bei Geschehenseintritt eine ausreichende – auch anonyme – Leidoffenbarungsmöglichkeit anzubieten,
  • für neuapostolische Christen und Menschen jeglicher Nationalität, Konfession und Weltanschauung, die in ihrem Leben Opfer von sexueller, physischer und psychischer Gewalt wurden und in der Kirche keine angemessene Seelsorge, Hilfe, Unterstützung gesucht bzw. gefunden haben, eine kompetente Begleitung für alle aufkommende Fragen, Nöte und Alltags-Sorgen durch ehrenamtliche Betreuer/Vertrauenspersonen bereitzustellen.

Daraus ergeben sich für den Verein nachstehende Aufgaben:

  • Durchführung bzw. Unterstützung bei Informationsabenden bzw. Moderation solcher Veranstaltungen zu diesem Thema in den Gemeinden;
  • Einrichtung von Seelsorge-Telefonen; anonymer Bearbeitung von Seelsorge-Anrufen durch ausgebildete Gesprächsführer;
  • E-Mail-Beratung (anonym);
  • Unterstützung bei der Einrichtung von Selbsthilfegruppen;
  • Ausbildung/Fortbildung
    • von Helfern, Begleitern, Betreuern, die den Opfern auf Wunsch  - unabhängig von kircheninternen und/oder juristischen Aufklärungsprozessen - bereits im Verdachtsfall eine Stütze, Hilfe sein können;
    • von Seelsorgern für die Begleitung von beschuldigten Amtsträgern, Funktionsträgern, Glaubensgeschwistern bzw. bei der umfänglichen Rehabilitation bei Nichtbestätigung des Verdachtes;
    • von Multiplikatoren in der methodischen und inhaltlichen Gestaltung solcher Informationsabende.

 

Artikel 3    Gemeinnützigkeit und Geschäftsjahr

1. Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar mildtätige Zwecke im Sinne des Abschnitts ”steuerbegünstigte Zwecke” der Abgabenordnung. Der Verein ist selbstlos tätig; er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus Mitteln des Vereins. Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck des Vereins fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.

2. Das Geschäftsjahr ist das jeweilige Kalenderjahr.

       

Artikel 4    Die Mitgliedschaft

1. Die Mitgliedschaft im Verein kann jede natürliche und juristische Person des privaten und öffentlichen Rechts erlangen. Der Vorstand entscheidet über den schriftlichen Antrag.

2. Die Mitgliedschaft endet mit dem Tod des Mitglieds und/oder durch schriftliche Austrittserklärung, gerichtet an den Vorstand. Sie ist zum Schluss eines jeden Mitgliedsmonats, unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von vier Wochen, zulässig.

3. Ein Mitglied, das in erheblichem Maß gegen die Vereinsinteressen verstoßen hat, kann durch Beschluss des Vorstands aus dem Verein ausgeschlossen werden. Vor dem Ausschluss kann sich das Mitglied schriftlich verteidigen. Die Entscheidung über den Ausschluss ist schriftlich zu begründen und dem Mitglied per Einschreiben mit Rückschein zuzustellen. Es kann innerhalb einer Frist von einem Monat ab Zugang schriftlich Berufung beim Vorstand einlegen. Über die Berufung entscheidet der Vorstand. Macht das Mitglied von seinem Recht auf Berufung innerhalb der Frist keinen Gebrauch, unterwirft es sich dem Ausschließungsbeschluss.

       

Artikel 5    Die Organe des Vereins

Die Organe des Vereins sind 

  • der Vorstand
  • die Mitgliederversammlung
  •  

Artikel 6    Der Vorstand

1. Der Vorstand des Vereins im Sinne des ”§26 BGB” besteht aus zwei gleichberechtigten Vorstandsmitgliedern.

2. Die Amtsdauer eines Vorstandsmitgliedes endet spätestens mit Vollendung des 75. Lebensjahres, mit dessen Rücktritt, durch Tod, dem Eintritt der Geschäftsunfähigkeit oder durch Abwahl aus wichtigem Grund (vorsätzlich falsche Geschäftsführung sowie Zuwiderhandlung gegen den Vereinszweck) durch die Mitgliederversammlung. Die Vorstands- mitglieder können jederzeit schriftlich ihren Rücktritt erklären. Der Rücktritt wird frühestens mit der Benennung eines Nachfolgers wirksam.

3. Bei Tod, Rücktritt oder Eintritt der Geschäftsunfähigkeit eines der beiden Vorstandsmitglieder kann das verbleibende Mitglied einen Nachfolger bestimmen. Sonstige Beschlüsse bedürfen der Einstimmigkeit beider Vorstandsmitglieder.

4. Der Vorstand ernennt und entlässt einstimmig die besonderen Vertreter nach § 30 BGB.

6. Beide Vorstandsmitglieder besitzen Einzelvertretungsbefugnis.

7. Die Mitglieder des Vorstands können einen Dienstvertrag erhalten.

8. Der Vorstand ist berechtigt, eine/n Geschäftsführer/in mit der Erledigung der laufenden Vereinsgeschäfte zu betrauen.

     

Artikel 7    Die Mitgliederversammlung

1. Der Vorstand hat unverzüglich eine Mitgliederversammlung einzuberufen,

  • wenn es das Vereinsinteresse erfordert,
  • bei einer Änderung des Vereinszwecks,
  • bei einer Änderung der Vereinssatzung,
  • bei der Abwahl eines Vorstandsmitglieds aus wichtigem Grund,
  • wenn mindestens 1/10 aller Mitglieder die Einberufung schriftlich und unter Angabe des Zwecks und der Gründe fordern,
  • ein Beschluss zur Auflösung des Vereins getroffen werden soll.

2. Die Einberufung einer Mitgliederversammlung erfolgt durch den Vorstand, spätestens einen Monat vor Versammlungsbeginn, durch Brief, Telefax oder E-Mail an die letzt bekannte Anschrift des Mitglieds, unter Beilage der Tagesordnung.

3. Die Mitgliederversammlung beschließt die Änderung des Vereinszwecks mit Zustimmung aller Mitglieder (nicht anwesende Mitglieder müssen schriftlich zustimmen) sowie über die Vereinsauflösung mit einer ¾ Mehrheit aller Mitglieder (nicht anwesende Mitglieder müssen schriftlich zustimmen). Sonstige Beschlüsse bedürfen der einfachen Mehrheit der anwesenden Mitglieder.

4. Versammlungsleiter ist ein Vorstandmitglied. Zu Beginn der Versammlung wird durch den Versammlungsleiter ein Protokollführer bestimmt. Über Beschlüsse der Mitgliederversammlung ist ein Protokoll aufzunehmen, das vom Protokoll- führer und Versammlungsleiter zu unterzeichnen ist und jedem Mitglied, auf seinem schriftlichen Wunsch hin, in Kopie zur Verfügung zu stellen ist.

 

Artikel 8    Besondere Vertreter nach § 30 BGB

1. Zur Leitung der einzelnen vom Vorstand festgelegten geographischen und fachlichen Arbeitsbereiche werden besondere Vertreter im Sinne des § 30 BGB zur Entlastung des Vorstands gesetzt.

2. Die besonderen Vertreter sind zum Abschluss von Rechtsgeschäften mit Dritten nach außen hin ausschließlich mit der schriftlichen Vollmacht eines der beiden Vorstandsmitglieder berechtigt.

3. Sie können einen Dienstvertrag erhalten.

 

Artikel 9    Ehrenamtliche Mitarbeiter

1. Zur weiteren Erfüllung der in Artikel 2 beschriebenen Aufgaben werden ehrenamtliche Mitarbeiter berufen. Die Inhalte der einzelnen Aufgaben ergeben sich aus den Vorgaben des Vorstandes.

2. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter werden durch ein Vorstandsmitglied oder eines vom Vorstand beauftragten bzw. ermächtigten, besonderen Vertreter nach Artikel 8 der Vereinsverfassung in ihr Amt berufen, in den Ruhestand versetzt, einstweilen beurlaubt oder bei Vorliegen eines wichtigen Grundes abberufen.

3. Die Amtsausübung erfolgt nach den Weisungen des Vorstands.

 

Artikel 10   Schweigepflicht

1. Alle Mitarbeiter sind zur Verschwiegenheit bezüglich aller Vorgänge, von welchem sie aufgrund ihrer Tätigkeit Kenntnis erhalten, verpflichtet.

2. Die Schweigepflicht gilt über die Dauer der Amtstätigkeit hinaus.

3. Bei Beendigung der Amtstätigkeit ist der Mitarbeiter verpflichtet, das Vereinseigentum einschließlich aller Akten, Dateien, Schriftstücke und Bücher an die vom Vorstand bestimmte Stelle herauszugeben mit der ausdrücklichen Versicherung, keinerlei Vereinseigentum im Original oder in Kopie weiterhin im Besitz zu haben.

4. Auf Verlangen des Vorstands hat der Mitarbeiter über seine Amtstätigkeit Auskunft zu erteilen und Rechenschaft abzulegen.

     

Artikel 11   Datenschutz

Die für die Arbeit erhobenen und genutzten Daten werden nach den vom Vorstand erlassenen Datenschutzrichtlinien und Weisungen des von ihm ernannten Datenschutzbeauftragten verwendet.

     

Artikel 12   Mitgliedsbeiträge

1. Die Höhe, Staffelung und Zahlungsweise der Mitgliedsbeiträge wird vom Vorstand in einer Geschäftsordnung festgelegt.

2. Die Mitglieder können jederzeit freiwillig höhere Beiträge entrichten.

     

Artikel 13   Die Auflösung des Vereins

1. Bei Auflösung oder Aufhebung der Körperschaft oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke fällt das gesamte Vermögen an die Stadt Erlangen, die es unmittelbar und ausschließlich für gemeinnützige Zwecke der Jugendhilfe zu verwenden hat.

2. Ist wegen der Auflösung des Vereins oder Entziehung der Rechtsfähigkeit die Liquidation des Vereinsvermögens erforderlich, so sind die Vorstandsmitglieder die Liquidatoren.